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Stadt Kemnath

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Setzen, warten, mitfahren - Eröffnung am 26.07. um 11:30 Uhr Stadtplatz

So manchem Kemnather ist die blaue Bank auf dem Stadtplatz neben der Sebastianssäule vielleicht schon aufgefallen. Wer sich auf ihr niedersetzt, möchte sich aber nicht mal kurz ausruhen, sondern mitgenommen werden.

Kemnath. (luk) Fünf Stück werden in den nächsten Wochen im Stadtgebiet noch aufgestellt. Neben dem Stadtplatz auch in der Bayreuther Straße bei den Einkaufsmärkten sowie in der Wunsiedler, Werner-von-Siemens- sowie Anzensteinstraße am Anfang oder Ende der Wohngebiete. Die vornehmliche Zielgruppe sind für den Rathauschef die Senioren, die am wenigsten mobil seien. Ihnen gebe die Mitfahrerbank die Möglichkeit, in die Einkaufsmärkte im Gewerbegebiet oder andere Wohngebiete zu gelangen. Durch das Platznehmen auf der blauen Sitzgelegenheit signalisiere ein Passant Autofahrern, dass er mitgenommen werden möchte. Das Ziel könne durch eine an der Bank angebrachte Klapptafel angezeigt werden, erläutert Nickl. Er ist zuversichtlich, dass das neue Angebot angenommen wird. „Kemnath ist eine relativ kleine Stadt, in der man sich kennt und sich gegenseitig unterstützt.“ Daher setzt Nickl auf die „Hilfsbereitschaft der Leute, die jedenfalls gegeben ist“. Einziger Unsicherheitsfaktor könnte die Hemmschwelle sein, sich auch tatsächlich hinzusetzen. Doch werden erstmal „positive Erfahrungen gemacht, wird darüber geredet, und es wird sich durchsetzen“. Versicherungstechnisch sieht er keine Probleme. Bei einem Unfall seien Personenschäden über die „Haftpflichtversicherung, die jeder Autofahrer hat, komplett mit abgedeckt“. Vorerst steht eine „gewisse Testphase“ an, die ein halbes Jahr dauern soll. „Deshalb fangen wir mit fünf Bänken an.“ Die Standorte haben der Bürgermeister und Ludwig Hafner von der Stadtverwaltung „nach bestem Wissen und Gewissen“ ausgewählt. Dabei orientierten sie sich an der „Situation, dass sich die Einkaufsmärkte im Westen und die Wohngebiete im Norden, Osten und Süden ballen“. Dazu sei die Altstadt ein eigener Kern, erklärt Nickl die sternförmige Verteilung der Mitfahrerbänke. Es sei bei Bedarf aber auch möglich, diese zu versetzen. Vorbild für das Projekt, für das die Stadt rund 5000 Euro ausgibt, ist die Gemeinde Buckenhof (Landkreis Erlangen-Höchstadt). Deren Bürgermeister habe die Mitfahrbänke vor etwa einem Dreivierteljahr im Radio vorgestellt. Nach einem Gespräch mit seinem dortigen Amtskollegen, hat sich Nickl gedacht: „Das wäre was für uns“, zumal es auch in anderen Bundesländern weitere Beispiele gebe. Zumindest in der Oberpfalz nimmt Kemnath nach seiner Ansicht nun eine Vorreiterrolle ein. Aufgrund seiner Internetrecherche sei Buckendorf der nächstgelegene Ort mit Mitfahrerbänken, weshalb der Rathauschef denke, „dass es eine Pilotgeschichte ist“. Um daraus auch eine Erfolgsgeschichte zu machen, soll die Neuerung intensiv beworben werden, „damit die Leute wissen, welche Möglichkeiten sie haben“. Sollten sie auf die von der Kemnather Metallbaufirma Baumann gefertigten Bänke abfahren, könnten noch weitere im Stadtgebiet folgen. Nickl kann sich jedoch auch vorstellen, „dass einmal eine in Waldeck oder in Löschwitz stehen wird“.