Kulturreise des OGV vom 27.05.2010 bis 29.05.2010
„Das war wirklich eine erlebnisreiche Fahrt“ war die einhellige Meinung der 32 Gartenfreunde, die an der dreitägigen Landschafts- und Kulturreise nach Slowenien teilnahmen.
Das erste Reiseziel war die Landesgartenschau in Rosenheim, die unter dem Motto „Innspiration“ den Hobbygärtnern des OGV Kemnath eine Fülle von Anregungen brachte. Diese ließen sich von dem Nieselregen nicht beeindrucken und genossen die interessante Führung durch die farbenprächtigen Anlagen auf dem weitläufigen Gelände.
Nach der Mittagspause ging die Fahrt weiter nach Slowenien, wo man am Abend in einem sehr ruhigen Hotel in Ribno, einem Ortsteil von Bled, die Zimmer bezog. Am nächsten Tag gab die Fremdenführerin Maria im Reisebus einen kurzen Überblick über ihr Heimatland. „Slowenien hat mit etwa zwei Millionen Einwohnern nur ein Fünftel der Einwohnerzahl Bayerns“ erklärte sie, „2004 wurde es Mitglied in der Europäischen Union und am 1.1.2007 löste der Euro den slowenischen Tolar ab.“ Sehr gespannt waren alle natürlich auf die Kemnather Partnerstadt Zagorje ob Savi. Mit einem herzlichen „Dobro jutra“ wurden sie dort von Stadtdirektor Ohmane Brahne und Kulturreferent Joze Rabuzin begrüßt. Die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten war groß, denn die beiden hatten erst vor zwei Wochen mit einer Delegation das vereinseigene Gelände des Kemnather Obst- und Gartenbauvereins besichtigt. Einige Kemnather hatten an diesem Tag auch das Konzert des „SVEA Pihalni orkesters“ in der Kemnather Realschulturnhalle besucht, das die Zuhörer zu Beifallstürmen hingerissen hatte. Hochinteressant war der Besuch im ersten und einzigen biodynamischen Bauernhof in Zagorje. 18 Hektar Felder und 15 Hektar Wald hat das Anwesen des Ökobauern Franc Seslar. Seine 13 Kühe sind den ganzen Sommer auf der Weide hinter dem Hof. 5 000 Liter Milch gibt jede Kuh im Jahr. Daraus stellt die Familie verschiedene Milchprodukte, vor allem aber hochwertigen Käse her. Davon konnten sich die Besucher überzeugen, die nach der Besichtigung der Käserei zu einer Käseverkostung eingeladen waren. Als Getränke wurden Molke und hochprozentiger Obstler serviert.
„Zagorje ob Savi hat 17 000 Einwohner und besteht aus zwölf Gemeinden mit insgesamt 72 Dörfern“ erklärte der Stadtdirektor seinen Gästen aus Bayern, „mitten durch unsere Stadt geht der 15. Längen-Meridian.“ Die Stadt liegt am Fluss Save, der im Norden des Landes, in den Julischen Alpen entspringt. Großen Eindruck machte das vor 50 Jahren erbaute Kulturhaus mit dem Kinosaal und der großen Glashalle auf die Besucher. Nach der Führung in der Stadtkirche Peter und Paul stimmten alle in das Lied „Segne du Maria“ ein, das Josef Zaglmann auf der Kirchenorgel spielte. Mit einer schneidigen Oberkrainer-Polka empfing eine Harmonikaspielerin die Gartenfreunde im Ortsteil Kandrse vor dem Lokal zum Mittagessen. „In den letzten Jahren seit Beendigung des Braunkohleabbaus wurde aus dem schmutzigen ein blühendes und sauberes Zagorje“ betonte Ohmane Brahne bei seiner Tischrede. OGV Vorsitzende Josef Häckl bedankte sich im Namen der ganzen Reisegesellschaft für den herzlichen Empfang und übergab ein Obstbäumchen von der Sorte „Roter Boskop“ mit der Inschrift: „Zur Erinnerung an den Besuch des OGV Kemnath am 28.5.2010.“ und ein Fässchen Weißbier. Hocherfreut lud der Stadtdirektor alle ein, bald wiederzukommen, um bei der ersten Apfelernte dabei zu sein.
Auf der Weiterfahrt nach Ljubljana staunten die Gartenfreunde über die schmucken Häuser und die gepflegten Gärten in dieser landschaftlich sehr reizvollen Gegend in Zentral-Slowenien.
Beim Stadtrundgang machte die Führerin Maria ihre Gäste auf die Sehenswürdigkeiten der slowenischen Hauptstadt aufmerksam. Sie zeigte ihnen den Preseren Platz, die Maria-Verkündigungs-Kirche, die Markthallen, die Drachenbrücke und die Domkirche aus dem 18. Jahrhundert.
Der Höhepunkt des zweiten Tages war der Folkloreabend in Begunje, dem Geburtsort von Slavko Avsenik. Nach einer Filmvorführung über die 50-jährige Geschichte der berühmten Oberkrainer Musikgruppe nahmen alle in einem großen Lokal mit über 250 Sitzplätzen das Abendessen ein. Nach zwei gelungenen Soloeinlagen von Mariele (Gesang) und Sepp (Akkordeon) spielte Sasa Avsenik, der Enkel des legendären Gründers der „Oberkrainer“, mit seinen Musikanten zum Tanz auf.
Bericht und Bilder: Josef Zaglmann





