Donnerstag, 17. Mai 2012    10:51:09

Von der „Leichten Kavallerie“ bis zu „Bohemian Rhapsody“

Ein Feuerwerk mit modernen Arrangements brannte das slowenische SVEA-Orchester am Freitagabend in der generalsanierten Mehrzweckhalle Kemnath ab. Nicht vergessen wurden allerdings die typischen Oberkrainer-Melodien von Slavko Avsenik.(Bild u. Text: Holger Stiegler)



Kemnath 18.03.2011.  Wer den Begriff Blasmusik hört, verbindet damit oftmals automatisch auch volkstümliche Musik oder einen militärischen Marsch. Dass dies allerdings nicht zwangsläufig sein muss, wurde den Zuhöreren am Freitagabend in der Kemnather Mehrzweckhalle vor Augen und Ohren geführt. Das Programm des „Doppelkonzertes“ der Stadtkapelle Kemnath und des slowenischen SVEA- Orchesters beinhaltete jede Menge moderne Werke, die auf begeisterten Applaus trafen. Entsprechend wurde das erste Konzert in der generalsanierten Veranstaltungshalle zu einem vollen Erfolg.

Der erste Teil des Abends gehörte den Lokalmatadoren der Stadtkapelle unter der Leitung von Andreas Sächerl (eigener Bericht folgt). Wer das SVEA-Orchester aus der slowenischen Partnerstadt Zagorje ob Savi bereits im vergangenen Jahr in der Partnerstadt Kemnath erlebt hatte, der konnte sich zu Recht auf hochklassig dargebotene Arrangements freuen. Zu Beginn des Konzertes wären sogar Fußball-Fans von Eintracht Frankfurt auf ihre Kosten gekommen – schließlich ertönte die aus dem Stadion bekannte Torhymne. Den Musikfreunden dürfte sie allerdings besser als Franz von Suppes „Ouvertüre“ aus der Operette „Leichte Kavallerie“ bekannt sein. Kraftvoll, voluminös und dennoch mit einer großen Leichtigkeit im Spiel setzten sich die knapp 60 Musiker unter der Leitung von Peter Kuder in Szene.

Was dann folgte, wird am besten mit der Charakterisierung als „musikalische Demonstartion“ verständlich. Da wurde ein knapp zehnminütiges Medley mit Liedern der Rock-Ikone Tina Turner intoniert, das einen die Sprache verschlug: Wann hört man schon hierzulande „Private Dancer“, „Proud Mary“ oder die James-Bond-Filmmusik „Goldeneye“ in dieser Version? Ähnliches galt für eine Rhapsodie der besonderen Art, die trotz ihres Namens mit Böhmen nur recht wenig zu tun hatte – nämlich Queens Mitte der 1970er veröffentlichte „Bohemian Rhapsody“. Im Trend für Blasorchester liegt derzeit offensichtlich „Deep Purple“: Nicht nur das Heeresmusikkorps der Bundeswehr stimmte deren Hit „Smoke on the water“  kürzlich beim Großen Zapfenstreich an. Auch die Musiker aus Slowenien bauten das Lied in ihr „Deep Purple“-Medley gemeinsam mit „Burn“ und „Highway Star“ ein. Neben dem Gesamtorchester stachen aber auch die Leistungen von Solisten heraus: Hier ist vor allem Andreja Ravnikar zu nennen. Mit ihrem couragierten Flöten-Solo bei „Can`t take my eyes of you“ spielte sie sich in die Herzen der Zuhörer und bekam auch entsprechenden Applaus. Ebenfalls auf viel Zustimmung aus dem Publikum trafen die weiteren Solisten: Sängerin Neva Marn bei Mariah Careys „Hero“

Mit ihrem couragierten Flöten-Solo bei „Can`t take my eyes of you“ spielte sich Andreja Ravnikar in die Herzen der Zuhörer (Bild u. Text: Holger Stiegler)

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sowie Gitarrist Matej Fele bei „The Final Countdown“.Und natürlich: Wenn schon ein slowenisches Blasorchester zu Gast ist, dann dürfen natürlich die „klassischen“ Melodien oder typische Oberkrainer-Sound eines Slavko Avsenik nicht fehlen. Die Begeisterung der Besucher war grenzenlos, erst nach vielen Zugaben durften die Musiker die Bühne verlassen.

 

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