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Donnerstag, 17. Mai 2012    07:06:15

Virtuelles Wasser

Unser verborgener Wasserverbrauch

In der Küche, beim Duschen und auf der Toilette sind wir vermutlich Wassersparweltmeister.
Doch wie viel von dem kostbaren Nass wir tatsächlich verbrauchen, wird erst beim genaueren Hinsehen deutlich.

Viele trinken morgens gewöhnlich eine Tasse Kaffee, um in Gang zu kommen. Dabei sind für uns die 200 ml Wasser in der Tasse Sicht- und greifbar. Doch wer von uns hat sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, wie viel Wasser in den Anbau der Bohnen, deren Verarbeitung investiert wurde, bis wir den morgendlichen Kaffeeduft schnuppern können? Um uns den Kaffeegenuss zu ermöglichen (= 7g Kaffeepulver für 1 Tasse mit 200 ml) werden sage und schreibe 140 Liter Wasser benötigt. Da dieses verbrauchte Wasser für uns nicht direkt sichtbar ist, nennt man es „virtuelles Wasser“.
Verkonsumiert wird es aber trotzdem. In Deutschland beträgt dieses aktuell knapp über 4.000 Liter pro Person und Tag, mit steigender Tendenz.

 

Diese Zahl wird den einen oder anderen Leser vielleicht erstaunen, da der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Deutschland seit den 1980er Jahren als rückläufig angegeben wird. Der tägliche sichtbare Wasserverbrauch pro Kopf liegt in Deutschland momentan bei rund 130 Litern.Der neu entstandene Begriff „Virtuelles Wasser“ hilft Fachleuten dabei, die Menge Wasser, die in einem Produkt enthalten ist, zu dessen Fertigung verwendet bzw. verschmutzt wurde, darzustellen.

Ein Glas Milch (200 ml) = 200 Liter Wasser
Ein Kilogramm Rindfleisch = < 15.000 Liter Wasser


Doch wie setzen sich die eingangs genannten 140 Liter für eine Tasse Kaffee zusammen?
Kaffeebohnen wachsen selbstverständlich nur, wenn sie regelmäßig bewässert werden. Des Weiteren werden die Bohnen verarbeitet, was weiteres Wasser verbraucht oder verschmutzt. So kommt die genannte Wassermenge zustande.
Betrachten wir dagegen den Wasserbedarf bei der Produktion eines Autos (bis zu 400.000 Liter lt. Bundesumweltministerium), so ist dieser bei Kaffee scheinbar vergleichsweise ziemlich gering. Selbst die Herstellung eines nur zwei Gramm schweren Computerchips erfordert über 30 Liter Wasser oder:

ein Baumwoll-T-Shirt 2.700 Liter,
ein Kilogramm Papier 750 Liter
ein PC 20.000 Liter
eine Jeans 11.000 Liter Wasser bilanziert.

Im Zusammenhang mit dem virtuellen Wasser wurde auch der Begriff „Water Foot Print“ geprägt. Da jeder Mensch einen „Wasserfußabdruck“ durch sein Verbrauchsverhalten hinterlässt, ist es hilfreich, diesen einmal genauer zu bestimmen und sich bewusst zu machen. Unter (www.waterfootprint.org) kann man sich diesen ausrechnen lassen.

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