Den Dankgottesdienst in der vollgesetzten Sankt Johannes-Nepomuk-Kirche eröffnete am Sonntagvormittag der Kirchenchor beim Einzug der Fahnenabordnungen und Vertreter der Vereine aus dem Waldecker Einzugsgebiet mit dem Eingangslied „Wer glaubt ist nie allein“. Zudem gestaltete Chorleiter Klaus Wegmann mit Gesangssoli und Organistin Juliane Busch die musikalische Umrahmung mit.
Mit den Worten „Nach vielen Jahren als Waldecker Pfarrer gehe ich zum 1. September nun in den Ruhestand. Es ist mir ein tiefes Bedürfnis dieses Ereignis mit Dank zu begehen. Ich danke Gott für diese zurückliegende Zeit und den Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben“, leitete Pfarrer Stretz die Abschiedsmesse ein.
In seiner Predigt dankte er Gott und seinen ihn durch über drei Jahrzehnte begleitenden Menschen aus der Pfarrei für die gelebte Weggemeinschaft, Vertrauen und Mittragen von geteilten Glück und Leid. „Das Vater unser ist der heutige Evangeliumstext, der uns und mich begleitet hat. Er war immer mehr als ein Gebetstext. Es ist eine Lebenshaltung, eine Leitlinie, die ich mit Euch bei Feiern und Anlässen jeder Art gesprochen habe. Es verbindet Generationen. Mein Primizspruch war: Der Herr ist meine Kraft und mein Ziel. Nach 35 Jahren Dienst weiß ich, dass er mir auch in schwierigen Momenten geholfen hat. Für dieses Mittragen im Gebet bin ich allen dankbar“, so Stretz. In seinem Ruhestand will er sich zurückziehen und die Messe feiern, wo es gewünscht wird. Er dankte mit dem Psalm „Herr Deine Güte währet ewig. Das Werk Deiner Hände wird mich nicht verlassen“ abschließend allen, die seinen Weg in der Pfarrei mit ihm gegangen sind.
Pfarrsekretärin Angela Reindl betonte in kurzen Worten die Dankbarkeit der Pfarrei: „Sie haben unsere Pfarrei geprägt. Sie waren da und haben Menschen begleitet, ohne sich aufzudrängen. Eine stille Freundschaft ist mit Worten, Geduld und Herz gewachsen. Wir wünschen Ihnen Zeit, die nicht drängt, Wege die leicht zu gehen sind und Erinnerungen die Tragen und Ihnen guttun“.
Im Anschluss an den Festgottesdienst hörten die Kirchenbesucher in der Pfarrkirche die Dankes- und Abschiedsworte der Stadt, der Vereine und der Pfarrei.
Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler erklärte: „31 Jahre als Ortspfarrer ist eine beeindruckende Leistung und sind Seltenheit. Ihre Art, Verlässlichkeit und Präsenz waren für viele Menschen selbstverständlich geworden. Tiefer Glaube, Ernsthaftigkeit und Herzblut zeichnete sie aus“. Bei den gemeinsamen Berührungspunkten zeichnete Stretz Respekt, Detailwissen, Sachlichkeit und gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung aus. Über drei Jahrzehnte bewies der scheidende Ortspfarrer in seinem seelsorgerischen Dienst Bescheidenheit, Menschlichkeit und Fähigkeit. „Sie konnten in einer lauten Welt leise, aber klar gemäß ihrem Primizspruch „Der Herr ist meine Kraft und mein Schild“ sprechen und auch einlösen“, so Schäffler. Er dankte ihm für sein jahrzehntelanges Wirken. Er überreichte ihm ein Luftbild von Waldeck und Die Stadt beteiligte sich an einem gemeinsamen Geschenk.
Für die Feuerwehren sprach Kreisbrandmeister Alois Schindler. Er erinnerte an die zahlreichen Festlichkeiten, Jubiläen, Fahrzeug- Geräteweihen der Wehren. Er dankte ihm für seine Verbindung zu den Anliegen der Feuerwehren mit dem christlichen Glauben und den Festen einen würdigen Rahmen zu geben. Für alle weiteren Vereine Waldecks sprach Johannes Wagner Dankesworte. Stretz hatte stets ein offenes Ohr für die Anliegen und Wünsche der Vereine und machte alle Feste und Jubiläen zu einem besonderen Ereignis.
Für den Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung sagte Albert Schindler Dank für drei Jahrzehnte Dienst an den Gläubigen und seine Geduld für die Pfarrei. Neben der seelsorgerischen Tätigkeit zeichnete Stretz unter anderem für den Kindergartenneubau und -erweiterung, Kirchen- und Leichenhausrenovierung, Dachstuhlsanierung, Urnengräberanlage, zuletzt Heizungserneuerung im Pfarrhof verantwortlich.
Er wies darauf hin, dass im August die Gottesdienste in Waldeck zu den gewohnten Zeiten stattfinden. Ab September ist Waldeck Bestandteil der Pfarreiengemeinschaft Kemnather Land mit neuer Terminierung der Gottesdienste.
Die Pfarrei, Mesner, Frauenbund, Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Chor, Stadt und alle Vereine legten für einen gemeinsamen Reisegutschein in Höhe 1.250 Euro von zusammen. Zudem erhielt er ein handgemaltes Bild Waldeck einer Kemnather Künstlerin und ein Fotobuch zu den gemeinsamen drei Jahrzehnten.
Pfarrer Heribert Stretz und die beiden Mesner dankten unter dem großen Beifall der Kirchenbesucher besonders der scheidenden Pfarrhaushälterin Luise Konrad für 28 Jahre Dienst im Pfarrhaus.
Stretz trug sich zum Ende des Gottesdienstes in das Goldene Buch der Stadt ein. Er gab bekannt, dass die Stadt ab 1. Juli die Geschäftsführung des Kindergartens Sankt Anna übernommen hat.
Anschließend stellten sich die Vereine und Offizielle nach dem Schlusslied „Großer Gott wir loben Dich“ zum Festzug durch die Hauptstraße mit Ziel Kinderhaus Sankt Anna angeführt vom Waldecker Spielmannszug auf. Nach einer gesanglichen Begrüßung durch die Kinder mit ihrem Lied „Wir feiern heut ein Fest“ waren die Waldecker zu Weißwurstfrühstück, Getränken und Kaffee/Kuchen eingeladen.
Text und Bilder: Arnold Koch




